Die Grenzen Meiner Sprache Bedeuten Die Grenzen Meiner Welt Essay

"Es scheint mir, dass die Leute von heute denken, dass es nicht nötig ist eine Fremdsprache zu lernen, und das ist besonders verbreitet unter englischen Leuten. Warum sollen wir eine Fremdsprache lernen, wenn wir Technologie haben, die für uns übersetzen kann, und die meisten Menschen in der Welt sprechen Englisch? Es muss erwähnt werden, dass man noch ein Kultur erfahren kann, zum Beispiel Musik und Tanz eines Landes, und man müsste kein Wort kennen. Viele können argumentieren, dass man nicht in anderen Landern gehen muss, um verschiedene Essen zu probieren, weil es alles in England gibt. In Bezug auf die Kommunikation in anderen Ländern kann man sich Non-Verbal verständigen, weil die Intonation der Stimme und die Mimik des Gesichts auch Emotionen zeigen. Dies beweist, wie die Grenzen meiner Sprache sind nicht die Grenzen meiner Welt, weil man noch reisen kann, trotz der Tatsache, dass man die örtliche Sprache nicht sprechen kann.

Jedoch denke ich persönlich, dass es wichtig ist, eine Fremdsprache zu lernen. Erstens macht es Spaß, und ohne die Sprache eines Landes zu kennen, ist man nur ein Tourist. Die typische Kultur, die man sieht, ist nur oberflächlich. Zum Beispiel fahren viele Leute nach München, um zum Oktoberfest zu gehen, um deutsches Bier zu trinken und Lederhosen zu sehen, aber das ist ein kommerzialisiertes Deutschland, um Touristen anzuziehen. Wenn man eine Fremdsprache kennt, (...) kann man die wahre Lebensgewohnheiten lernen, in einer Weise, dass man nicht lernen würde, wenn man nur darüber in den englischen Büchern lesen würde.(...)"
Grace

Das Zitat weist auf eine enge Verbindung von Sprache und Denken hin, damit also einem Verstehen der Welt durch ein Subjekt („meine Welt“).

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat diesen Satz in einem Frühwerk, dem 1921 erschienenen „Tractatus logico-philosophicus“ (Logisch-philosophische Abhandlung) geschrieben:

„5.6 Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

5.61 Die Logik erfüllt die Welt; die Grenzen der Welt sind auch ihre Grenzen.

Wir können also in der Logik nicht sagen: Das und das gibt es in der Welt, jenes nicht.

Das würde nämlich scheinbar voraussetzen, dass wir gewisse Möglichkeiten ausschließen, und dies kann nicht der Fall sein, da sonst die Logik über die Grenzen der Welt hinaus müsste; wenn sie nämlich diese Grenzen auch von der anderen Seite betrachten könnte.

Was wir nicht denken können, das können wir nicht denken; wir können also auch nicht sagen, was wir nicht denken können.“

Seine Theorie ist: Beim sprachlichen Zugang zur Wirklichkeit ist die grundlegende sprachliche Einheit, die sich auf die Wirklichkeit bezieht, ein Aussagesatz, der wahr oder falsch sein kann (Wittgenstein hat später seine Auffassung von Sprache geändert). Wenn er wahr ist, entspricht ihm in der Wirklichkeit eine Tatsache. Sachverhalte sind mögliche, Tatsachen (das, was der Fall ist; bestehende Sachverhalte) wirkliche Verbindungen von Gegenständen. Die Welt ist aus elementaren Gegenständen gebildet. Diese Gegenstände sind die Bedeutungen von Namen, die in elementaren Aussagesätzen enthalten sind. Ein Name hat nur Bedeutung und ein Aussagesatz nur Sinn, wenn sich der Name auf einen existierenden Gegenstand bezieht.

Wittgenstein bestimmt das Verhältnis von Satz und Welt als Abbildverhältnis. Ein Satz ist das Bild einer Tatsache. Dies kann er nur sein, weil er mit der abgebildeten Tatsache die logische Form (eine gemeinsame Struktur; die Anordnung von Bestandteilen eine Bildes veranschaulicht die Anordnung von Bestandteilen der Wirklichkeit) teilt. Die logische Form (Form der Abbildung) ist die Voraussetzung jeder sprachlichen Abbildung der Welt und kann deshalb nicht selbst abgebildet und in der Sprache dargestellt werden. Die logische Form spiegelt sich in der Sprache, aber die Sprache kann nicht das darstellen, was sich in ihr spiegelt.

Die Welt ist nach Auffassung von Wittgenstein die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge (1.1). Die Welt ist daher (nur) die Gesamtheit der bestehenden Tatsachen (2.04).

Jeder Ebene in der Struktur der Sprache entspricht eine Ebene der Struktur der Welt. Die Welt ist alles, was durch die Gesamtheit wahrer Sätze dargestellt wird. Sätze sind Ausdrücke von Gedanken. Etwas außerhalb der Welt als Gesamtheit der bestehenden Tatsachen kann nach Wittgensteins nicht sinnvoll gesagt werden. Es gibt nichts, was von Zeichen als Ausdrücken unserer Sprache dabei abgebildet werden kann (Tatsachen fehlen ja). Daher steht als letzter Satz in der Abhandlung auch: „7 Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

Dinge jenseits dieser Grenzen sind unsagbar. Wittgenstein koppelt Sprache und Denken. Ausdrücke der Sprache sind Ausdrücke der Gedanken. Es gibt seiner Meinung nach keine Sätze mit Sinn (Bedeutung) über etwas, das nicht Tatsache ist. Aufgabe der Philosophie ist für ihn, das Undenkbare von innen her durch das Denkbare zu begrenzen und so das Unsagbare zu bedeuten, indem sie das Sagbare klar darstellt.

Das Werk ist sehr abstrakt und logisch-formal. Erklärende Bücher helfen beim Verständnis weiter, z. B. A. C. Grayling, Wittgenstein. Aus dem Englischen von Reiner Ansén. Freiburg im Breisgau ; Basel ; Wien : Herder, 1999 (Herder/ Spektrum Meisterdenker ; Band 4739) S. 44 . 66.

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